Der Eid des Hippokrates



Orkos 1 und 2 Der Eid des Hippokrates ist auf zwei ca. 40 x 40 cm großen Broncetafeln in seiner Originalfassung dargestellt. Ein besonderer Dank gilt hierbei meinem ehemaligen Griechischlehrer Herrn Stud.Dir. Ferdinand Brömser, der sich der Mühe unterzogen hat, die Originaltexte aus den Kellergewölben des Staatlichen Kurfürst Salentin Gymnasiums hervorzusuchen sowie Gabi Gualano, die in unendlicher Mühe die Buchstaben in Wachs modeliert hat, bevor sie dann in der Mittelrheinischen Metallgießerei H. Beyer in Andernach in Bronce gegossen wurden.


Der Eid des Hippokrates




Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, bei Aklepios und Hygieria und Panakeia und rufe alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid und meine Verpflichtung nach Fähigkeit und Einsicht erfüllen werde.
Nämlich den, der mich in dieser Kunst unterwiesen hat, gleich meinen Eltern zu achten, sein Lebensschicksal zu teilen, ihm auf Verlangen zu gewähren, dessen er bedarf, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern zu halten und sie diese Kunst ohne Entgelt und Vertrag zu lehren, wenn sie sie erlernen wollen. Und ich werde Vorschriften, Vorlesungen und den ganzen übrigen Lehrstoff meinen Söhnen und denen meines Lehrers sowie den eingetragenen, nach ärztlicher Sitte vereidigten Schülern mitteilen, sonst aber niemandem.
Ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil; drohen ihnen aber Gefahr und Schaden, so werde ich sie davor bewahren.
Ich werde niemandem ein tödliches Mittel verabreichen, auch wenn ich darum gebeten werde; und ich werde niemandem einen solchen Rat erteilen. Auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.
Lauter und fromm werde ich mein Leben gestalten und meine Kunst ausüben.
Auch werde ich bei Gott keinen Steinschnitt machen, sondern das den Männern überlassen, die dieses Handwerk ausüben.
In alle Häuser aber, in wie viele ich auch gehen mag, will ich kommen zum Nutzen der Patienten, frei von jedem bewußten, Schaden bringenden Unrecht; insbesondere mich aber fernhalten von jedem geschlechtlichen Mißbrauch an Männern und Frauen, an Freien und Sklaven.
Was ich während meiner Behandlung sehe und höre oder außerhalb meiner Praxis im Umgang mit Menschen erfahre, das man nicht weitererzählen darf, werde ich als Geheimnis hüten.
Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir ein glückliches Leben und eine erfolgreiche Ausübung der Heilkunst beschieden, auf daß ich bei allen Menschen für alle Zeit Ansehen gewinne; wenn ich ihn aber übertrete und brechen, so geschehe mir das Gegenteil.
Orkos 1 und 2 Nachbildung eines antiken griechischen Reliefs des 2. Jahrhunderts vor Christus. Das Original befindet sich im Pergamon-Museum auf der Museumsinsel in Ost-Berlin. Es handelt sich hierbei um ein Grabrelief an einen Arzt. Die Schlange stellt nicht die bekannte Aeskulapschlange dar, sondern ist einfach nur Ausdruck für den "heiligen Ort". Der Arzt befindet sich etwas erhöht auf dem Stuhl sitzend. Vor ihm sein Schüler, welcher ihm eine Schriftrolle reicht als Ausdruck der wissenschaftlichen (-Inneren) Medizin. Dahinter die Frau des Arztes und weitere Mitbewohner des Hauses. Bemerkenswert ist die hohe Wertigkeit des Schülers des Arztes, welche ja auch in dem Eid des Hippokrates entsprechende Erwähnung findet.
Gemeinschaftspraxis-Dr. med. Ernst M. Schotte - Dr. med. Volker Saftig - Fachärzte für Innere Medizin, Andernach